
„Do’s & Don’ts für junge Mädchen“- zusammengetragen von unserem Anstandsexperten Blum von Schmitt, bekannt aus Funk und Fernsehen.
„Morgen habe ich Gäste. Teil 1
Liebe Mädchen,
aus dem Alter der Kindergesellschaften seid ihr heraus. Damals hat sich die Mutter um alles gekümmert; jetzt seid ihr selbst Gastgeber. Natürlich braucht man die gute Mutti auch jetzt noch sehr nötig: um sie um Rat zu fragen, aber auch deshalb, weil die Bewirtung von Gästen ohne Zuschuß aus Muttis Wirtschaftskasse meist nicht zu lösen ist. (Dass man niemals Gäste einlädt, ohne dass die Eltern damit einverstanden sind, ist ja wohl selbstverständlich!) Da ihr, wie schon gesagt, die Grundlagen der Gastlichkeit und Geselligkeit kennt, braucht ihr eigentlich keine große Angst zu haben, dass ihr die Rolle der Gastgeberin nicht spielen könnt. Jede Geselligkeit läuft rein äußerlich nach dem gleichen Schema ab: die Gäste werden eingeladen; man beginnt mit den Vorbereitungen; dann kommen die Gäste, werden begrüßt, später zu Tisch gebeten und bewirtet; danach gibt es allerlei unterhaltende Spiele und dergleichen, vielleicht noch ein kleiner Imbiß - und die Gäste verabschieden sich.
Fangen wir mit der Einladung an: Den sehr guten Freunden könnt ihr einfach eine Postkarte schreiben, die etwa so lautet: "Liebe Inge, hättest Du am Samstag Lust und Zeit, mich zu einer Tasse Kaffee zu besuchen? Irene und Rolf werden wahrscheinlich auch kommen. Paßt es Dir gegen fünf Uhr? Bitte gib bis Donnerstag Bescheid. Herzliche Grüße! Deine..." Das ist natürlich nur ein Vorschlag. Aber ihr seht schon: Bei solchen Einladungen drückt man sich so einfach und natürlich wie möglich aus. Die Vorbereitungen können beginnen: Aus der Dielengaderobe räumen wir alle herumhängenden Mäntel, Schals, Taschen. Beutel, Hüte und dergleichen am besten ganz fort, damit genug Platz für die Sachen der Gäste da ist. Wir überlegen, wieviele Kleiderbügel wir zusätzlich brauchen werden, und hängen sie hin. Dann gucken wir in das Badezimmer und sehen nach, ob es auch ordentlich ausschaut. Gegenstände, die in Badezimmern nicht unbedingt etwas zu suchen haben - etwa Kohleneimer oder Wäscheleinen -, werden anderweitig untergebracht. Wir sorgen für frische Handtücher, ein appetitliches Stück Seife und die bewußte "Rolle". Daß in Diele und Badezimmer ein gut beleuchteter Spiegel hängen muß, braucht kaum erwähnt zu werden. Es klingelt! Die Gäste kommen. Die Gastgeberin öffnet die Tür, begrüßt die Eintretenden, reicht ihnen die Hand und sagt ihnen, wie sehr sie sich freue, daß sie ihrer Einladung gefolgt seien. Dann hilft sie beim Ablegen und wartet geduldig, bis die Gäste sich vor dem Spiegel schöngemacht haben. Viele Eltern sehen es gern, wenn man ihnen die Gäste gleich vorstellt."
Nächsten Freitag mein Thema: „Morgen habe ich Gäste. Teil 2“.
Bleibt mir wohlgesinnt meine Mädchen,
Euer Anstandsexperte Blum von Schmitt.
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